
„Auf ein Wort“ zum Monatsspruch Mai,
von unserem Vereinsmitglied Thorsten Schmidt:
Eine malerische Bucht im Mittelmeer: Kristallklares Wasser und
angenehme Temperaturen ziehen eine Yacht nach der anderen
an. Zum Sonnenuntergang liegen um die 15 Boote vor Anker. Eine
Stunde später nimmt der Wind immer weiter zu. Bald reißt sich das
erste Schiff los. Im Laufe der Nacht treibt etwa die Hälfte der Yach-
ten in der Bucht.
Ein Schiff, das mittendrin liegt, trotzt dem Sturm. Warum? Die
Crew hat drei Dinge beherzigt: Sie hat sich erstens informiert und
damit gerechnet, dass das ruhige Wetter im Verlauf des Abends
umschlagen kann. Sie hat zweitens entsprechend ein Ankergewicht
ausgebracht, um sicher liegen zu können. Und sie hat sich drittens
durch Tauchen davon überzeugt, dass der Anker sich eingegraben
hat.
Im Monatsspruch für Mai ist auch von einem Anker die Rede. Ei-
nem Anker unserer Seele. Etwas, das uns Halt gibt in stürmischen
Zeiten. Und das sich unterscheidet von anderen Ankern, die nur
scheinbar Sicherheit bieten.
„Die Hoffnung ist für unser Leben wie ein sicherer und fester An-
ker“, wie es in der BasisBibel heißt. Hoffnung worauf? Im 6. Kapitel
des Hebräerbriefes wird auf Abraham verwiesen, der auf die Erfül-
lung von Gottes Zusage vertraut hat. Seine Hoffnung gründete auf
der Zusage des Segens seines/unseres Gottes. Und Abraham wurde
nicht enttäuscht. Seine Hoffnung erfüllte sich. Und dass trotz (oder
gerade wegen) der stürmischen und herausfordernden Zeiten, die
er erlebt hat.
In Vers 20 wird unser Blick auf Jesus als unserem Anker gelenkt.
Jesus, der uns auf dem Weg zu Gott vorausgegangen ist. Hier dreht
sich das geflügelte Wort „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ ins Gegenteil.
UNSERE Hoffnung ist ZUERST gestorben. Am Kreuz von Golgatha
hat Jesus für uns gelitten bis zum Tod. Dort hat er sich für uns und
unsere Schuld geopfert. Aber drei Tage später ist er auferstanden.
Das Grab war leer. Er ist seinen Jüngern begegnet. Jesus lebt. Darin
darf unsere Hoffnung verankert sein!
Martin Schleske drückt es in seinem Buch Werk|Zeuge so aus: „Die
Gabe der Hoffnung ist es, die dem Menschen als eine Schöpfungs-
kraft ins Herz gelegt ist, damit er in dieser Welt leben und überle-
ben kann.“
Um noch einmal auf das Bild am Anfang dieser Andacht zurück-
zukommen: Erfahrene Segler wissen: Richtig ankern bedeutet im
Kern, sich gut vorzubereiten.
Sind wir gut vorbereitet? Haben wir die Hoffnung auf ein Leben mit
Jesus vor Augen? Gehen wir bei ihm vor Anker? Ich wünsche es uns
– jeden Tag neu.